Um Holz geht es derzeit in der AÜW-Stadtsäge13.02.14

 

Kempten – „Mit dem Finden beginnt mein Tun. Meine Holzobjekte brauchen Zeit. Mein Anliegen ist es, die Natürlichkeit zu belassen oder anders ausgedrückt, mit und nicht gegen das Holz zu arbeiten.

Der „Faszination Schwemmholz“ erlegen ist Wolfgang Friedrich Koch, dessen Werke derzeit in der AÜW-Stadtsäge zu sehen sind.

Aus diesem innerlichen Dialog entstehen so schrittweise meine Objekte.“ Was der Wertacher Schwemmholz-Künstler Wolfgang Friedrích Koch so auf seiner Website beschreibt, ist derzeit in der AÜW-Stadtsäge zu sehen. Teilweise über mannsgroße Schwemmhölzer hat er in stimmungsvolle Leuchtobjekte, in Torsos, mit Glas ergänzte Tische, Schalen oder kunstvoll-ästhetische Objekte transformiert und ihnen doch gelassen, was ihn selbst daran fasziniert: Das, was „die Natur mir gibt und damit zu arbeiten – mich als Person herauszunehmen“. Der Entstehungsprozess seiner Werke sei ein Dialog mit dem Holz, der offen lasse, was am Ende herauskomme, wie er seinen zahlreichen Vernissagegästen vergangene Woche erklärte. 

Das Holz stammt nicht aus der Iller, sondern es „findet mich“. Fundorte bietet ihm vor allem der Naturpark „Tiroler Lech”. Von der Kraft des Wassers oftmals glatt geschliffen und per se schon in faszinierende Formen gebracht, verleiht Koch den Schwemmhölzern so etwas wie eine zweite Natur, die die archaische Struktur des Materials noch hervorhebt. Nicht nur die entstandenen Werke, auch die Lebensspuren im Holz selbst lohnen genau hinzusehen, sich auf Material und Form einzulassen. Koch gelingt es, sich mit seinen Werken wohltuend von der „Masse“ bei Schwemmholz-Kreationen abzuheben. Vielleicht liegt es daran, dass er seinen Fundstücken die „Seele“ lässt.

Die Ausstellung „Faszination Schwemmholz“ ist noch bis 28. Februar in der AÜW-Stadtsäge in der Illerstraße 15 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 8 bis 15.30 Uhr sowie freitags von 8 bis 11.30 Uhr.

Christine Tröger

 

Nach der Frühjahrspause trafen sich am 01. Juli die Mitglieder des Kunstkreis-Stammtisches in der Werkstatt und dem "Atelier" des Schwemmholzkünstlers Wolfgang Koch. Dort gab es einen tieferen Einblick in dessen Arbeit und Kunstwerke. Nachdem das Schwemmholz gefunden und mit Muskelkraft geborgen wurde, muss es zunächst austrocken. Dies dauert je nach Holzart pro Zentimeter bis zu einem Jahr. Wolfgang Koch erläutert, dass seine Holzobjekte Zeit brauchen. Es ist Wolfgang Koch sehr wichtig, die Natürlichkeit zu belassen, mit und nicht gegen das Holz zu arbeiten. So entstehen schrittweise seine Objekte. Ihm ist nicht wichtig, seine Meinung und persönliche Botschaft in den Vordergrund zu stellen, sondern der Betrachter soll mit den Werken in einen Dialog treten. Alle Objekte sind Unikate und es konnten wunderschöne Holzbildhauereien wie Skulpturen, Schalen und Lampen bewundert werden. Viele Objekte waren auch erst in ihrem Anfangsstadium und man konnte seiner Phantasie freien Lauf lassen, was man aus dem Holzstück machen könnte. Wolfgang Koch ist einer der fünf Wertacher Künstler, die zurzeit in der Sonderausstellung "Kunst der Gegenwart aus Wertach" im Heimatmuseum ausstellen.



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